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Biocheck Lëtzebuerg

Die Anleitung zur Prävention von ansteckenden Tierkrankheiten im landwirtschaftlichen Betriebsablauf

Biocheck Lëtzebuerg

Das EU-Tiergesundheitsgesetz (Animal Health Law) schafft einen rechtlichen Rahmen für alle Nutztierhalter im Hinblick auf die Bekämpfung und Prävention von Tierseuchen. Risikoanalysen dienen dazu, die betriebs- und tierartspezifischen Ausgangsbedingungen zu bestimmen.

Auf dieser Basis erfolgen anschließend sogenannte Tiergesundheitsbesuche („visites sanitaires“), deren Ziel darin besteht, die Tiergesundheit auf dem Betrieb schrittweise zu verbessern. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt des Betriebes. In diesem Zusammenhang bietet die Landwirtschaftskammer allen Betrieben das von der Uni Gent entwickelte Programm BIOCHECK als Hilfestellung an.

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einbindung des BIOCHECK Programmes in die betriebliche Risikoanalyse:

Quelle: ALVA Infoblatt 22/07/2026  Tiergesundheit in der EU – Was Landwirte wissen müssen S 3/3

Fragen & Antworten

Seit Inkrafttreten des neuen Tiergesundheitsrechts der EU, Animal Health Law (AHL), stehen Landwirte in der Verantwortung Risiken die von ihrem Betrieb ausgehen können, zu erfassen, und im Rahmen der Tiergesundheitsbesuche eine Seuchenprävention zu befolgen. Die Landwirtschaftskammer hat mit der Tierärztevereinigung eine Risikoanalyse ausgearbeitet, die den Bereich Biosicherheit einschließt und damit den gesetzlichen Bestimmungen folgt.

Der Begriff «Biosicherheit» beinhaltet die Ermittlung bestehender Gefahren der Erregereinschleppung und die Erregerausbreitung in einem Tierbestand sowie alle Maßnahmen diese zu verhindern oder das Risiko dafür zu minimieren.

Die Biosicherheit zielt darauf ab, die Nutztiere vor Infektionskrankheiten zu schützen und die Tiergesundheit zu erhalten.

Die externe Biosicherheit zielt darauf ab den Erregereintrag in den Betrieb oder eine Tiergruppe zu verhindern und damit den Bestand bestmöglich vor Krankheiten von außen zu schützen.

Die interne Biosicherheit ist eine Barriere für die Erregerausbreitung innerhalb des Betriebes, sowohl zwischen Tieren derselben Art als auch zwischen unterschiedlichen Tierarten.

Die Umsetzung des BIOCHECK-Programmes erfolgt im Zusammenhang mit der Risikoanalyse und besteht aus zwei Teilen:

1. Die Risikoanalyse und das BIOCHECK-Audit zur Ermittlung der Schwachstellen

2. Die Priorisierung der Schlüsselfaktoren mit Hilfe der Risikoanalyse

Die Ermittlung der Biosicherheit auf dem Betrieb erfolgt anhand der tierspezifischen Checkliste, die dazu dient, eine betriebliche Schwachstellenanalyse zu erstellen.

Die Priorisierung der Schlüsselfaktoren orientiert sich an der Risikoanalyse und wird vom Landwirt und Tierarzt festgelegt.

In der Risikoanalyse werden die Bereiche der Tiergesundheit und der Biosicherheit der auf dem Betrieb gehaltenen Herden erfasst.

Die Risikoanalyse wird mit dem BIOCHECK-Programm auf zwei Besuche aufgeteilt. Beim ersten Besuch wird der Gesundheitszustand der auf dem Betrieb gehaltenen Nutztierherden ermittelt und es wird ein BIOCHECK-Audit der einzelnen Nutztierherden zur Erfassung der Schwachstellen im Bereich Biosicherheit durchgeführt.

Beim zweiten Besuch werden die Ergebnisse der Risikoanalyse besprochen und der Tierarzt gibt seine Empfehlung zu den Tiergesundheitsbesuchen und berät den Landwirt zur Priorisierung der Biosicherheitsmaßnahmen.

Schlüsselfaktoren sind Maßnahmen, die dazu dienen, die Biosicherheit auf dem Betrieb zu verbessern. Die Schlüsselfaktoren begreifen alle Maßnahmen, die im BIOCHECK-Bericht aufgeführt werden, um die Biosicherheit schrittweise zu verbessern. Es ist nicht möglich alle diese Maßnahmen (gleichzeitig) umzusetzen. Die Priorisierung der Schlüsselfaktoren richtet sich nach der Risikoanalyse und den festgehaltenen Tiergesundheitszielen. Sie stellen die Biosicherheitsmaßnahmen dar, die der Betrieb als nächstes umsetzen möchte.

Der Landwirt verpflichtet sich, im Rahmen der Teilnahme am BIOCHECK-Programm, in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, die für seinen Betrieb wichtigen Biosicherheitsrisiken zu ermitteln und nach Möglichkeit Biosicherheitsmaßnahmen im kommenden Jahr umzusetzen. Dazu wird eine Priorisierung der Schlüsselfaktoren erstellt, die dem Landwirt helfen die wichtigsten Maßnahmen für seinen Betrieb zu ermitteln und festzulegen.

Eine Verbesserung der Biosicherheit kann unter anderem erreicht werden mit Maßnahmen im Bereich Analyse, Arbeitsorganisation, Diagnostik, Fortbildung, Hygiene, Information, Investition in Betriebsmittel, Gebäude, Infrastruktur oder Technik, Kommunikation, Managment und Visualisierung.

Die BIOCHECK-Teilnahme ist für den Landwirt kostenfrei und kann einmal jährlich mit zwei Besuchen durchgeführt werden. Die Risikoanalyse wird mit den Biocheck-Besuchen kombiniert und ist ebenfalls kostenfrei für den Landwirt.

Die Tiergesundheitsbesuche werden vom Tierarzt in Rechnung gestellt.

Zur Teilnahme am BIOCHECK-Programm wird eine Konvention zwischen Landwirt und Tierarzt unterzeichnet. Der Landwirt informiert den Tierarzt über eine gewünschte Teilnahme am BIOCHECK-Programm und vereinbart mit dem Tierarzt einen Termin für das BIOCHECK-Audit. Die Risikoanalyse wird im Vorfeld des BIOCHECK-Audits erhoben.

Die Informationen zum Audit werden in einer anonymisierten Form in die BIOCHECK Datenbank eingegeben und nur der Tierarzt kann den Betrieb seinem Code zuordnen. Die Daten werden auf wissenschaftlicher Basis ausgewertet und vergleichend mit nationalen Daten übersichtlich dargestellt. Zudem erhält der Tierarzt einen Betriebs-Bericht und erstellt eine Liste mit den wichtigsten Biosicherheitsmaßnahmen. Im Rahmen des zweiten Besuches berät der Tierarzt den Landwirt zur Priorisierung der Maßnahmen.

Unter folgenden Links werden einige Biosicherheitskonzepte sowie weiterführende Informationen zur Biosicherheit aus anderen Ländern aufgeführt.

Belgien:

BIOCHECK UGENT

Biocheck | Biocheck.Ugent

Deutschland:

Niedersächsische Tierseuchenkasse / Biosicherheit in Tierhaltungen

Biosicherheit_allgemein - Biosicherheit_allgemein - Niedersächsische Tierseuchenkasse

Risikoampel Universität Vechta : Startseite - Risikoampel Universität Vechta

Frankreich:

GDS France : Biosécurité - GDS France

Österreich:

Landwirtschaftskammer Österreich

Kostenlose Broschüren zur Biosicherheit bei Rindern, Schweinen, Geflügel, Schafen und Ziegen | Landwirtschaftskammer Österreich

Schweiz:

Gesunde Nutztiere

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